Immobilienkaufvertrag

Der Kauf oder Verkauf einer Immobilie besitzt häufig gerade in finanzieller Hinsicht eine erhebliche Bedeutung für die Vertragsbeteiligten: Der Käufer investiert seine über oft lange Zeiträume angehäuften Ersparnisse und bedarf meist noch eines Darlehens, durch welches er in den nächsten Jahren gebunden ist. Auch für den Verkäufer stellt die Immobilie häufig den wesentlichen Teil seines Vermögens dar.

Zu den Aufgaben des Notars gehört es, beide Vertragsbeteiligten vor Risiken zu schützen: Der Verkäufer soll nicht sein Eigentum an dem Grundbesitz verlieren ohne den vereinbarten Kaufpreis zu erhalten, während andererseits auch der Käufer nicht den Kaufpreis verlieren soll, ohne Eigentümer der Immobilie zu werden. Dem Notar obliegt es, den Vertrag so zu gestalten, dass beide Interessen berücksichtigt und gesichert werden.

Die Immobilien-Kaufverträge unterscheiden sich auch je nach Vertragsobjekt ganz erheblich in ihrer inhaltlichen Ausgestaltung. Der Kaufvertrag über ein Ackergelände ist naturgemäß anders gestaltet als sogenannte Bauträgerverträge, in welchem sich der Verkäufer erst noch zur Errichtung der Immobilie verpflichtet.

Im Vorfeld werden darüber hinaus die individuellen Wünsche und Zielvorstellungen der Beteiligten besprochen und in den Vertragsentwurf aufgenommen. Nach der Beurkundung obliegt es dem Notar, die notwendigen Genehmigungen und Erklärungen einzuholen, so dass der Vertrag vollzogen und die Eigentumsänderung im Grundbuch gewahrt werden kann.

Vor der Beurkundung sollte bereits die Finanzierung gesichert sein, damit der Käufer seinen Kaufpreis auch fristgerecht zahlen kann und nicht in Verzug gerät. Zur Sicherung von Darlehen werden im Regelfall auch Grundschulden oder Hypothen notwendig, deren Bestellung einer gesonderten Beurkundung bedarf. Sind die Einzelheiten der Finanzierung bereits bei Beurkundung des Kaufvertrages geklärt, so kann auch unmittelbar im Anschluss an den Kaufvertrag die Grundschuld bzw. Hypothek beurkundet werden.